Ein Junge mit einem Boxhelm auf streckt die Zunge heraus.

UNSER FAZIT: „Wild Foxes“

In das Studiokino ging ich am Sonntag unmittelbar nach meinem Schwimmwettkampf am Olympiastützpunkt in Dulsberg in der Erwartung, einen spannenden Sportfilm zu sehen, direkt mit in den Boxring zu steigen und mehr über eine mir bislang unbekannte Sportart zu lernen. Es kam ein wenig anders… doch ich wurde nicht enttäuscht.

Der halb-autobiografische Film „Wild Foxes“ von Regisseur Valéry Carnoy, der im Mai diesen Jahres auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere feierte, verarbeitet die eigene Geschichten des französischen Regisseurs. Auch er hat Erfahrungen im Leistungssport gemacht. 

Der junge Boxer Camille (Samuel Kircher) lebt in einem Sportinternat und steht unter großem Leistungsdruck von unterschiedlichen Seiten. Durch einen schweren Unfall gerät seine Welt ins Wanken und er muss sich komplett neu ausrichten. Auf diesem Weg durften wir hautnah in diesem intensiven Film dabei sein.

Beeindruckende Amateurschauspieler

Eine Besonderheit ist, dass die Darsteller selber größtenteils Sportler sind, die sich sehr gut in die Themen hineinversetzen können. Die Nutzung von Handyfilmen trägt auch dazu bei und lässt den Film noch realistischer wirken. Die Atmosphäre nimmt den Zuschauer auf eine Achterbahn der Gefühle mit und schwankt zwischen brutalen und lauten Szenen im Boxstudio, ruhigen und magischen Momente im Wald und düsteren Albträumen mit Panikattacken.

Mehrere Jugendliche in Sportkleidung liegen auf dem Fußboden.

Ohne besondere Kostüme und Effekte fesselt der Film von der ersten Minute. Musik und Geräusche spielen eine sehr große Rolle: So begleiten bedrohliche Klänge Camilles psychische Krisen; traurige Musik unterstreicht emotionale Momente mit seinem besten Freund Matteo (Fayçal Anaflous) und besonders eindrucksvoll ist mir die Trompetenmusik von Yasmin (Anna Heckel) aufgefallen, die am Ende als Abspannmusik wiederkehrt und den Wald als Ort der Ruhe im Kontrast zum harten Sportinternatsleben untermalt.

In vielen Situationen kann ich mich sehr gut in Camille hineinversetzen. Auch ich habe schon oft diesen Leistungsdruck in Schule und Sport aus verschiedenen Winkeln miterleben dürfen. Umso gespannter können die Besucher sein, wie Camille mit den vielschichtigen Problemen umgeht… 

Aufgrund der realistischen Gewaltszenen und Selbstverletzungen würde ich den Film allerdings erst ab 13 Jahren oder in Begleitung der Eltern oder eines Gesprächspartners empfehlen.

So fanden die Zuschauer den Film:

Worum es in dem Film genau geht haben wir hier für euch zusammen gefasst. Und mehr über die Entstehung des Films erzählt uns der Regisseur und Drehbuchautor hier in unserem Interview mit ihm.