Könnt ihr euch vorstellen, was 800kg Papier mit dem Auftakt des MICHEL Filmfestes zu tun haben?
Wir verraten es euch: Die diesjährige Eröffnungsveranstaltung startete mit einem unerwarteten Format – jede Figur des Animationsfilms „Die Schatzsuche im Blaumeisental“ wurde vor der Digitalisierung dreifach in verschiedenen Perspektiven aus Papier geschnitten. So hatte man das Gefühl, ein Bilderbuch anzugucken.
In dem Film wird eine märchenhafte Geschichte erzählt, bei der die Natur eine ganz besondere Rolle spielt. Die kleine Lucy fährt aus der Stadt zu ihrer Mutter, die als Archeologin arbeitet, aufs Land. Dort erlebt sie mit den Nachbarn und vielen Tieren eine tolle Gemeinschaft. Sie helfen einander, essen selbst angebautes Gemüse und erleben ein Abenteuer, das Familiengeheimnisse aufdeckt.
Die Abenteuerszenen enthalten jedoch leider wenig Spannung; nur einmal bei einer Gewitterszene in dunklen Farben hatte ein sehr kleiner Kinobesucher Angst. Die Altersempfelung war mit sieben Jahren allerdings etwas streng ausgelegt. Nur eine Szene, als sie ohne Bedenken in eine Höhle geraten, könnte kleineren Kindern falsche Sicherheit vermitteln. Außerdem gab es einige etwas schwierigere Wörter, wie zum Beispiel Krypta, Widerstandskämpfer oder die Höhlen von Lascoux, die die jüngeren Besucher wahrscheinlich nicht verstehen.
Die Musik untermalt stimmungsvoll mit zarten Flöten-, Gitarren- und Harfenklängen, sowie Geräuschen aus der Natur die idyllische Atmosphäre in dem kleinen Dorf. Meiner Meinung nach passten die plötzlichen Rockeinlagen bei Szenen mit einem Trecker jedoch nicht zu der Stimmung des Films.
Witze landen daneben, liebevolle Tierfiguren überzeugen
Nicht so gut hat mir gefallen, dass einige Witze zulasten der Statur, gegenüber dem gutmütigen und sympathischen Pierrot sowie der schwerhörigen Nachbarin gemacht wurden. Besonders lustig waren kleine Details, wie die Erfindung der Laptopmarke ‚Cherry‘ und die Gans Zerbinette, die immerzu den Traktor des Nachbarn belagert und dort Eier legt.

Für die Zielgruppe des Films (5-8 Jährige), waren wahrscheinlich die liebevoll gestalteten kleinen Tiere ein Highlight des Filmes: die kleine Hummel die durch die Luft brummt, der Hund, der den kleinen kranken Dachs zudeckt, ein Marienkäfer, der über den Grashalm spaziert, der grinsende Regenwurm, der aus der Erde gekrochen kommt, die kleinen Frösche im See und natürlich die zwei kleinen Blaumeisen, die Lucy den ganzen Film lang begleiten. All diese Figuren findet man auch in dem besonders gestalteten Abspann
Schön war auch der Traumfänger, der in ihrem Zimmer über dem Bett hängt. In den Wohnwagen auf der idyllischen Schonung im Wald, mit Lichterkette, Tieren aus Baumstämmen und einem See mit vielen Tieren wäre ich am liebsten selbst eingezogen.
Besonders in der heutigen Zeit gefällt mir der Gedanke des Regisseurs, auch mal ein Umfeld ohne Bösewicht zu zeigen. Insofern würde ich den Film für kleine Kinobesucher empfehlen.
Die Zuschauer im Kino waren auch überwiegend überzeugt:

Wenn ihr noch mehr über den Inhalt des Filmes wissen wollt, könnt ihr euch gerne die Inhaltsangabe von Johnny durchlesen. Außerdem haben wir noch ein Interview mit Vanessa Cicewski (Verleiherin des Films) geführt.

